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Praxisleistungen

Leistenbruch

Was ist ein Leistenbruch?
Der Leistenbruch entsteht durch eine Ausstülpung des Bauchfells (Bruchsack) durch vergrößerte, anatomisch vorgegebene Muskelhautlücken (Bruchpforte) in der Leiste. Wegen der größeren Lücken bei Männern sind diese sehr viel häufiger vom Leistenbruch betroffen.

Welchen Verlauf nimmt der Leistenbruch?
Die einmal aufgetretene Vorwölbung in der Leiste wird im Laufe der Zeit an Größe zunehmen. Ein über Jahre bestehender Leistenbruch kann die Größe eines Fußballes oder mehr annehmen.

Welche Beschwerden verursacht ein Leistenbruch?
Ein Leistenbruch bewirkt selten Schmerzen. Meist macht sich der Leistenbruch mit einem Druck, gelegentlichem Stechen oder nur einem unbestimmten unangenehmen Gefühl in der Leiste besonders bei längerem Sitzen, Stehen oder Pressen bemerkbar. Im Liegen treten eigentlich nie Beschwerden auf. Ein eingeklemmter Leistenbruch ist selten (2%), verursacht heftige Schmerzen und eine Verhärtung der Vorwölbung. Dieser Befund bedarf der sofortigen chirurgischen Behandlung.

Wie behandelt man den Leistenbruch?
Eine medikamentöse Therapie für den Leistenbruch gibt es nicht. Das Tragen eines Bruchbandes kann den Leistenbruch im günstigsten Fall größenkonstant halten aber nicht beseitigen. Die einzige Therapie zur Beseitigung des Leistenbruches besteht in der Operation.

Wie operieren wir den Leistenbruch?

Bei der klassischen Operation (Shouldice) wird die Lücke über einen Schnitt in der Leiste mit Nähten verschlossen.
Vorteile: Vermeidung von Fremdmaterial, Regionalanästhesie möglich.
Nachteile: längere Schonung und höhere Rückfallraten.

Die Operation nach Lichtenstein erfolgt wie die klassische Operation, die Bruchpforte wird nicht verschlossen, sondern mit einem Kunststoffnetz abgedeckt.
Vorteile: rasche Belastbarkeit, niedrige Rückfallrate, Regionalanästhesie möglich.
Fraglicher Nachteil: Fremdmaterial ( psychologisches, kein medizinisches Problem ).

Die laparoskopische Operation des Leistenbruches vermeidet den Schnitt in der Leiste, es wird über drei kleine Einstiche operiert. Verschluss der Bruchpforte mit Kunststoffnetz, Fixation des Netzes mit sich auflösenden Stiften.
Vorteile: wenig Schmerzen, niedrige Rückfallrate (um 1 %), schnellste Rückkehr in den Alltag, extrem selten Nervenverletzungen.
Fragliche Nachteile: Fremdmaterial (s.o.), Vollnarkose.

Als Netzmaterial wird ein ultraleichtes, titanbeschichtetes Polypropylennetz verwendet.

Welche persönliche Erfahrung besteht in der Chirurgie des Leistenbruches?
Erste laparoskopische Leistenbruchoperationen schon 1991. Als Institutsleistung > 5000 Operationen mit dieser Technik, persönlich> 1200 Eingriffe). Gründungsmitglied der International Endohernia Society.

 
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