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Der Ballen (Hallux valgus)

Als Großzehenballen oder Hallux valgus wird die Achsabweichung der Großzehe zum äußeren Fußrand hin bezeichnet. Diese Erkrankung wird durch ein Ungleichgewicht der Muskelzüge hervorgerufen und nicht durch enges Schuhwerk.
Enge Schuhe tragen jedoch bei eingetretener Erkrankung zur schnellen Verschlimmerung der Beschwerden bei. Die Veränderung der Belastungszonen bei Hallux valgus führen zu Knochenanlagerungen und zu einer zunehmend schmerzhaften Schleimbeutelbildung.
Dieser Schleimbeutel kann sich leicht entzünden. Es lassen sich verschiedene Schweregrade der Verformung unterscheiden. Bei operativer Korrektur in frühen Stadien ist ein Gelenkerhalt möglich und damit die Wiederherstellung der vollen, schmerzfreien Beweglichkeit der Großzehe.
Bei Fehlstellung der Großzehe und Beschwerden im Grundgelenk ist zur Beurteilung eine genaue Untersuchung erforderlich. Neben der klinischen Untersuchung bedarf es Röntgenaufnahmen, die mit und ohne Belastung des Fußes hergestellt werden müssen. Aus diesen Befunden ergibt sich die dem Stadium der Erkrankung angepaßte Behandlung. Falls eine konservative Behandlung mit Anfertigung spezieller Einlagen nicht ausreicht, ist eine operative Korrektur sinnvoll.

Stadium I
In dieser Phase ist die Fehlstellung der Großzehe mäßig ausgebildet, die Knochenanlagerung gering und die Beweglichkeit im Grundgelenk erhalten. Schmerzen werden jedoch durch die Schleimbeutelbildung hervorgerufen. Bei dieser leichten Form der Fehlstellung sind lediglich die Abtragung der Knochenauflagerungen und eine Korrektur an der Gelenkkapsel und dem Sehnenverlauf erforderlich.

Stadium II
In diesem Stadium besteht eine deutliche Abweichung der Großzehe zum Fußrand, die Knochenauflagerung am Mittelfußköpfchen hat erheblich zugenommen und die Beweglichkeit im Gelenk ist bereits eingeschränkt. Der Ballen ist nicht nur bei Bewegung sondern auch in Ruhe schmerzhaft und neigt zu Entzündungen. Bei der mittelschweren Form reichen die vorgenannten Korrekturen nicht mehr aus. Es müssen das Mittelfußköpfchen oder der Schaft des Mittelfußknochens nach Durchtrennung umgestellt werden. Die korrigierte Stellung des Knochens wird mit Drähten oder Schrauben gesichert. Oft ist ebenfalls eine Korektur der Zehen 2 und 3 erforderlich, die zu Hammerzehen verformt sind.

Endstadium Zum Ende der Erkrankung ist der Knorpel im Großzehengrundgelenk vollständig verschlissen. Das Gelenk ist hochgradig schmerzhaft in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Entzündungen des Ballens sind häufig.  Behandlung Da Gelenkknorpel nicht ersetzt werden kann, bleibt bei fortgeschrittenem Stadium nur die Entfernung des Zehengrundgelenkes. Gelegentlich kann ein Scheingelenk konstruiert oder in Einzelfällen eine Gelenkprothese eingesetzt werden.
Ziel ist es daher, die Korrektur des Ballen (Hv) frühzeitig vor einer irreversiblen Schädigung des Gelenkknorpels vor zu nehmen. Diese sogenannten gelenkerhaltenden Operationen des Ballen (Hv) erfolgen unter anderem mit einer Durchtrennung und Verschiebung des ersten Mittelfußknochens. Die Schwellung des Fußes nach der Operation und die nötige Knochenheilung erfordern den Schutz des Fußes in einem spezielllen Schuh, der 4 - 6 Wochen getragen werden muss.

Wie geht es danach weiter?
Kontroll-Röntgenaufnahmen werden am 1. Tag nach der Operation und nach 5 Wochen angefertigt. Die Spezialschuhe können Sie abhängig von den Röntgenbefunden ca. 5 Wochen nach dem Eingriff gegen Tennisschuhe und etwa 8 Wochen nach der Operation gegen normale Schuhe austauschen. Es ist nicht ungewöhnlich, daß in den ersten 6 Monaten nach der Operation gelegentlich, besonders nach stärkerer Belastung, ziehende Schmerzen und Schwellungen auftreten. Ganz überwiegend ist das Gehen während dieser Zeit jedoch schmerzfrei möglich.

 
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